Ein Buch, ein Bild: «Runway» enthält nichts als die Reproduktion eines Streifens der sogenannten «centre line» der Start- und Landebahn 09R/27L des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof.
Der 30 m lange Streifen ist vollständig wiedergegeben und entfaltet in seinem Detailreichtum eine ganz eigene Faszination.
«A crazy, great, consistent, minimalistic masterpiece.» – Josef Chladek (Virtual Book Shelf)
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Limitierte Auflage von 180 Exemplaren, signiert und numeriertDas Buch
Das «Runway»-Buch enthält ein und dasselbe Bild unter zwei verschiedenen Titeln: von der einen Seite als 09L, von der anderen als 27R. Es steht hier bewußt nicht: «von vorne» und «von hinten», weil dieses Buch kein «Vorne» und kein «Hinten» hat. Dennoch sind die Leserichtungen eindeutig benennbar, da das Motiv eine geografische Ausrichtung hat, die sich im Namen der Landebahn ausdrückt. Das Buch wird nicht von vorne nach hinten gelesen, sondern von Westen nach Osten und umgekehrt. Das Drehen des Buches um 180° entspricht also einer Landung aus der Gegenrichtung.
Das Bild
Das Bild der Mittellinie ist Teil einer Serie von großformatigen Fotos, die einzelne Landebahnmarkierungen des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof, unverzerrt und in höchster Auflösung wiedergeben. Es zeigt den 12. Streifen der sogenannten «center line» der nördlichen Start- und Landebahn.
Der Streifen wurde im April 2014 (nach einer ersten Version im Juli 2011) fotografiert, also zu einer Zeit, als der Flughafen schon nicht mehr in Betrieb war und von den Berlinern als Volkspark genutzt wurde. Zu den Spuren, die die Witterung und der Flugbetrieb auf dieser Markierung hinterlassen haben, kommen jetzt also noch die Spuren von Fahrrädern und Skateboards. Was an Interessantem in dem «Tempelhof»-Streifen enthalten ist, kommt nicht von der Art der Fotografie, sondern aus dem Gegenstand selbst: Selbst hochwiderstandsfähige Spezialfarbe auf steinhartem Asphalt ist nicht für die Ewigkeit geeignet, nicht einmal der Untergrund ist frei von Rissen, die regelmäßig gekittet werden müssen. Die Zeit schleift dieses Artefakt zu einem neuen Pergamonfries – dort der Kampf der Giganten gegen die griechischen Götter, hier der Kampf der Flughafenverwaltung gegen den Verfall der Infrastruktur.
An Details wie einzelnen Grashalmen kann man die reale Größe des Streifens erahnen: er ist mit 90 cm × 30 m siebeneinhalbmal so breit und zehnmal so lang wie die normalen Mittellinien auf Autostraßen. Im Buch wiedergegeben ist er im Maßstab 1 : 2,27, also bei 40 cm Höhe 13,20 m lang.